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Bilder Tunesien '99

Eine kleine Furt, bei der gerade mal die Felgen nass wurden...
Am Tag vorher gab’s jedoch viel mehr Wasser, wie man an  den Säulen sieht. Bei diesem Wasserstand ist eine Durchfahrt schon eher riskant.

So steht man denn mitten im Nichts. Auch wenn es “nur” Tunesien ist...es könnte auch mitten in der Sahara sein.
Und  umkommen kann man auch hier, wenn man sich unklug verhält!

Wer zum ersten Mal in die “dritte Dimension” geht mit einem Fahrzeug, das sonst nur auf perfekten Aspphaltstrassen bewegt  wird, hat erstmal Respekt auch vor einer kleinen Düne.
Von innen sieht es viel dramatischer aus, man erwartet das Knirschen der Stossstange, aber es ist weit davon entfernt. Nach einigen Kilometern werden solche  “Hopser” fast zur langweiligen Routine.

Dem zurückgelassenen Fotografen wird unwillkürlich bange - eine angeborene Angst, zurückgelassen zu werden?

Diese Wege  gibt es zu dutzenden. Wer keine wirklich detaillierte Karte und kein GPS zur Hand hat (oder einen einheimischen Führer), kann tagelang die Rechteckmuster abfahren, bis der Tank leer ist. Sie wurden bei der  Prospektierung des Landes angelegt. Im trockenen Klima der Wüste halten sich solche Wege ewig, es dauert Jahrzehnte, bis wieder Gras über die Narben wächst.

 

Das ist die Dünenpassage auf der Strecke zwischen Duoz und Ksar Ghilane. Je nach Windverhältnissen kann sie in Tagen  zwischen “unpassierbar” (so wie hier) und “Sandkastenniveau” (wie ein Jahr später) wechseln.
Die Auskünfte heimischer Führer sind leider nicht verlässlich, man muss es selbst ausprobieren.
Hier sind wir wieder  umgedreht, die Dünen wurden zu hoch für den kleinen 70PS-Diesel
.

Unvermittelt wechselt die Tragfähigkeit des Sandes. Wo man eben (vorne) noch millimetertiefe Spuren hinterlassen hat, sinkt  man einen Meter weiter hoffnungslos ein. Hier hilft nur Schwung, der einen über solche Stellen trägt.
Es fährt sich um Grössenordnungen  leichter mit reduziertem Luftdruck, statt 3 bar waren wir später mit 1,5 hinten und 1 bar vorne unterwegs. Dann geht’s teilweise wie auf einer Asphaltstrasse. Es ist wie der Unterschied, mit Skiern oder Wanderschuhen  auf Neuschnee unterwegs zu sein. Auch Schotterpisten werden so erträglich, doch vorsicht vor Durchschlägen!
Grosse, breite Reifen sind hier von Vorteil, wobei “gross und schmal” besser ist als “klein und breit”, denn  die Aufstandsfläche wird schmaler, obwohl die Fläche gleich ist. Das rollt leichter. Ein Nudelholz auf Teig geht auch schwerer als ein Fahrradreifen auf weichem Grund.
 

 

In diesem Fall halfen nur die Sandbleche, vier an der Zahl. Der schwache JX-Diesel mit 70 PS braucht jede Hilfe, um das  2,3-Tonnen-Gefährt aus dem Loch zu holen. Und trotzdem war Vollgas nötig! Und das kurz vor dem Abend!

Geschafft!
Die Sonne ging in diesem Moment unter und wir beschlossen, an genau dieser Stelle zu bleiben, ohne genau zu  wissen wo wir waren und was uns am nächsten Tag erwarten würde.
Die Stille einer Wüstennacht ist durch nichts zu ersetzen. Ein silbriger Vollmond taucht die Landschaft in ein surreales Licht, in den Büschen raschelt  es hin und wieder, in der Ferne jault ein Fennek, ein Wüstenfuchs.

Am nächsten Tag zeugen hunderte von Spuren in dem noch feuchten Sand von den Aktivitäten um uns herum. Käferspuren erinnern  an Kettenfahrzeuge, dazwischen die 5-Markstück-grossen Abdrücke des Fenneks, der uns wohl in der Nacht begutachtet hat.

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